Die bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur entstehenden Kosten (technische Erstausstattung und laufende Betriebskosten) bekommen Praxen und Apotheken erstattet. Erfahren Sie hier, welche TI-Förderung Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und Apotheker für den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) erhalten.

Der eHBA ist für den Zugang zur TI keine Pflicht, wird jedoch für den Zugriff auf die elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und die künftigen medizinischen TI-Anwendungen benötigt, z. B. das Notfalldatenmanagement, den E-Mail-Fachdienst KIM oder die ePatientenakte. Er ermöglicht die qualifizierte elektronische Signatur, also die rechtsgültige digitale Unterschrift.

Herausgeber sind die Heilberufskammern

Herausgeber des eHBA sind die Landesärztekammern für Ärzte, die Landeszahnärztekammern für Zahnärzte, die Landespsychotherapeutenkammern für Psychotherapeuten sowie die (Landes-)Apothekerkammern für Apotheker. Produziert wird der Ausweis von zugelassenen Vertrauensdiensteanbietern (VDA) wie z. B. medisign.

Für die TI werden eHBA ab der 2. Generation (G2) benötigt. Für Ärzten, Zahnärzte und Apotheker bietet medisign diese Ausweise bereits an. Für Psychotherapeuten werden eHBA G2 von den zuständigen Kammern aktuell noch nicht ausgegeben.

Pauschalen für den eHBA

Für die verschiedenen technischen Komponenten haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) sowie der Deutsche Apothekerverband (DAV) Finanzierungsvereinbarungen mit dem GKV-Spitzenverband getroffen.

Die Betriebskosten werden wie folgt übernommen:

  • Ärzte & Psychotherapeuten: 11,63 €/Quartal & Karte
  • Zahnärzte: 233 € als Einmalzahlung für 5 Jahre pro Karte
  • Apotheken: 449 € als Einmalzahlung für 5 Jahre pro Karte

Auszahlung der eHBA-Pauschalen

Ansprechpartner für Ärzte und Psychotherapeuten ist die jeweils zuständige KV. Nach Angaben der KV Bayerns werden die Betriebskostenpauschalen für den eHBA im Rahmen der Anbindung der Praxen an die TI ohne gesonderte Beantragung von den KVen ausbezahlt. Laut KV Thüringen erfolgt die Auszahlung mit dem Nachweis des Versichertenstammdatendienstes (VSDM) in der Betriebsstätte.

Bei den Zahnärzten ist die jeweilige KZV für die Refinanzierung zuständig. Bei der KZV Nordrhein nutzen die Mitglieder für die  Online-Beantragung zum Beispiel das Serviceportal myKZV.

Bei den Apotheken wird die Kostenerstattung auf Nachweis über den Nacht- und Notdienstfonds des DAV abgewickelt.