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Anwendungen der Telematikinfrastruktur

Blick in die Zukunft der Patientenversorgung

Von lebensrettenden Notfalldaten bis zur ePatientenakte - das E-Health-Gesetz sieht eine Reihe von medizinischen Anwendungen vor, die einen elektronischen Arzt- bzw. Heilberufsausweis der zweiten Generation (G2) erfordern.

Freiwillige und Pflichtanwendungen

Die Telematikinfrastruktur (TI) bietet künftig Versicherten und Leistungserbringern verschiedene Anwendungen. Diese lassen sich in Pflichtanwendungen und freiwillige Anwendungen unterscheiden. Die Vorgaben sind im E-Health-Gesetz, das Ende 2015 in Kraft getreten ist, festgehalten.

Die Pflichtanwendungen sind für alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen verbindlich. Dazu zählen der Online-Abgleich der Versichertenstammdaten auf der elektronischen Gesundheitskarte ab dem 1. Juli 2019, das elektronische Empfangen und Einlösen einer Verordnung (eVerordnung) mit der Karte sowie die Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) auf der Rückseite.

Bei den freiwilligen Anwendungen obliegt es allein den Versicherten, ob sie diese Angebote in Anspruch nehmen möchten. Nur mit ihrer Zustimmung dürfen zum Beispiel Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) hinterlegt werden. Die Hoheit über seine Daten liegt allein beim Patienten.

Medizinische Anwendungen im Überblick

Folgende Anwendungen sieht das E-Health-Gesetz künftig vor
Elektronischer Arztbrief

Seit 2017 wird der eArztbrief mit 55 Cent vergütet, wenn er mittels elektronischem Heilberufsausweis (eHBA) qualifiziert signiert und sicher übermittelt wird (z. B. KV-Connect). Sobald ein Kommunikationsdienst in der TI zur Verfügung steht, soll die Vergütung neu verhandelt werden.

Elektronischer Medikationsplan

Seit Oktober 2016 haben Patienten, die 3 oder mehr Arzneimittel anwenden, Anspruch auf einen Medikationsplan. Dieser soll künftig elektronisch von der eGK abrufbar sein. Ärzte & Apotheker sollen ihn dann direkt auf der eGK aktualisieren.

Lebensrettende Notfalldaten

Alle Versicherten sollen noch in Kürze die Möglichkeit haben, notfallrelevante Informationen (Diagnosen, Medikation, Allergien, Unverträglichkeiten etc.) auf ihrer eGK eintragen zu lassen, damit diese im Ernstfall schnell abrufbar sind.

Elektronische Patientenakte

Versicherte haben künftig Anspruch auf eine sektorenübergreifende elektronische Patientenakte, in der Dokumentationen wie eArztbriefe, Medikationsplan, Notfalldatensatz, Impfausweis etc. aufbewahrt werden können.

Elektronisches Patientenfach

Patienten sollen künftig Daten in einem Online-Fach ablegen und außerhalb der Praxis eigenständig einsehen können, z. B. selbst gemessene Blutzuckerwerte. Die Daten aus der ePatientenakte können auf Wunsch auch aufgenommen werden.

Telemedizinische Anwendungen

Telemedizinische Leistungen, z. B. die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen oder Online-Videosprechstunden, sollen v. a. älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen zugute kommen. Diese werden Ärzten teilweise bereits vergütet.