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Heilberufsausweise mit und ohne TI-Funktion

Viele Praxen denken im Rahmen der Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) auch über die Anschaffung eines elektronischen Heilberufsausweises (eHBA) der Generation 2 nach. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass die medisign Vorläuferausweise (Generation 0) teilweise in der TI einsetzbar sind, aber auch darüber hinaus eine Reihe praktischer Anwendungen ermöglichen.*

medisign eHBA

Was ist der eHBA?

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) dient als Sammelbegriff für personenbezogene Chipkarten im Scheckkarten-Format für Heilberufsangehörige, z. B. Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten oder Apotheker. Berufsgruppenbezogen spricht man auch vom eArztausweis, eZahnarztausweis, ePsychotherapeutenausweis oder eApothekerausweis.

Elektronische Heilberufsausweise für die Ärzte- und Zahnärzteschaft gab es schon lange vor der TI und somit auch lange bevor die entsprechenden Spezifikationen existierten. Folglich sind heute eHBA mit und ohne die von der gematik festgelegten TI-Funktionen erhältlich. Erstere werden künftig für die medizinischen Anwendungen der TI benötigt, etwa für den Zugriff auf die Notfalldaten oder den Medikationsplan, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) des Patienten hinterlegt sein werden.

eHBA mit und ohne TI-Funktion

Aktuell können Praxen bei medisign eHBA der Vorläufergeneration (G0) bestellen.* Diese sind teilweise sogar in der TI einsetzbar. Beim Notfalldatenmanagement lässt sich zum Beispiel mit dem G0-Ausweis der Datensatz signieren, nicht jedoch auf die eGK der Patienten schreiben, weil die Card-to-Card-Authentifizierung nicht unterstützt wird.  Dies geht jedoch alternativ auch mit Hilfe des Praxisausweises (SMC-B).

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Hinweis: Beide Versionen des eHBA sind im Rahmen der gesetzlichen Regelungen gleichermaßen erstattungsfähig. Mehr erfahren >

Nicht verwechseln: eHBA und "Arztausweis light"

Neben dem eHBA der Vorläufergeneration und dem der zweiten Generation gibt es für Ärzte in Nordrhein und Westfalen-Lippe eine dritte Ausweisart im Scheckkartenformat: den so genannten "eArztausweis-light". Äußerlich ist er von den beiden erstgenannten Varianten auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, aber funktionell weicht er erheblich ab, denn er ermöglicht keine qualifizierte Signatur (QES). Deshalb trägt er den Namenszusatz "-light". Auf der Vorderseite verfügt dieser Ausweis auch nicht über das silberne Logo der Bundesärztekammer. Auf der Rückseite befindet sich oben die einheitliche Fortbildungsnummer (EFN) des Arztes, welche zur Anmeldung an Fortbildungsveranstaltungen eingescannt werden kann. Für TI-Anwendungen ist dieser Ausweis nicht einsetzbar.

Funktionen des eHBA

  • Sichtausweis (wie sein Vorgänger aus Papier)
  • Authentifikation: Mit dem eHBA ist es dem Inhaber möglich, sich in der digitalen Welt auszuweisen (z. B. bei geschützten Portalen von Kammern, in Arztnetzen). Die Berufszugehörigkeit wird attestiert.
  • Qualifizierte Signatur: Der Inhaber kann mit dem eArztausweis eine rechtsverbindliche elektronische Unterschrift erstellen und somit elektronische Arztbriefe an Kollegen oder Abrechnungsunterlagen für die Kassen(zahn)ärztliche Vereinigung unterzeichnen.
  • Verschlüsselung: Vertrauliche medizinische Daten lassen sich mit Hilfe des eHBA sicher ver- und entschlüsseln. Damit steigt das Datenschutzniveau bei der Übertragung personenbezogener Daten deutlich.
  • TI-Funktionen (unterstützt durch eHBA ab Generation 2): Der eHBA ist notwendig für den Zugriff auf die medizinischen Daten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) abgespeichert sind - etwa um die künftigen TI-Anwendungen Notfalldatenmanagement (NFDM) und eMedikationsplan (eMP) nutzen zu können. Auch für den Zugriff auf die spätere elektronische Patientenakte (ePA) ist der eHBA zwingend erforderlich.
  • Hinweis: Für die TI-Anbindung der Praxis und das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) wird der eHBA nicht benötigt! Für diese Funktionen ist ein Praxis- bzw. Institutionsausweis (SMC-B) erforderlich.

eHBA-Anwendungen im Überblick

Anwendung/Funktion:
eHBA G0 ohne Konnektor1
eHBA G0 mit Konnektor1
eHBA G2 ohne Konnektor1
eHBA G2 mit Konnektor1
Abgleich der Versichertenstammdaten (VSDM) eHBA nicht notwendig! eHBA nicht notwendig! eHBA nicht notwendig! eHBA nicht notwendig!
Einsatz in mobilen TI-Kartenlesern nein nein ja ja
Notfalldatenmanagement (NFDM) nein ja2 nein ja
eMedikationsplan (eMP) nein ja2 nein ja
Signatur eRezept (Muster 16) ja ja ja ja
Stapelsignatur von Laboranforderungen (Muster 10) ja nein nein ja
Stapelsignatur digitaler Überweisungsscheine (Muster 6) ja nein nein ja
Stapelsignatur von Online-Abrechnungen ja nein nein ja
Stapelsignatur von eArztbriefen & weiteren digitalen Dokumenten ja nein nein ja
Komfortsignatur digitaler Dokumente ja nein nein nein

1 Gemeint ist der eHealth-Konnektor, der die qualifizierte eSignatur unterstützt, und nicht der aktuell eingesetzte VSDM-Konnektor! "Ohne Konnektor" bedeutet hier: eHBA-Einsatz außerhalb einer TI-Umgebung mit herkömmlichen Kartenlesern und Standard-Signatursoftware (s. u.)

2 Der eHBA G0 reicht zum Signieren aus, zum Lesen und Schreiben wird ein eHBA G2 benötigt.

 

Wofür brauche ich einen eHBA ohne TI-Funktion?

Wie eingangs erwähnt, bietet medisign aktuell ausschließlich den eHBA der Vorläufergeneration 0 an.* Etwa 28.000 Ausweise sind derzeit außerhalb der TI im praktischen Einsatz. So bieten zum Beispiel einige Praxisverwaltungssysteme die Möglichkeit, die quartalsweisen Sammelabrechnungen ausgewählter Kassenärztlichen Vereinigungen oder auch der Privatärztlichen Verrechnungsstellen zu signieren. Zahnärzte nutzen den medisign eHBA für die Zahnersatz- und die Quartalsabrechnung.

Anwendungen wie der elektronische Arztbrief, die papierlose Laborbeauftragung oder digitale Überweisungsscheine helfen dabei, die Praxisverwaltung effizienter zu machen. So können mit dem medisign eHBA beispielsweise Zweitbefunde im Rahmen teleradiologischer Konsile rechtssicher elektronisch signiert werden.

Der G2-eHBA wird erst dann notwendig, wenn die oben genannten TI-Anwendungen nutzbar sind. Diese setzen wiederum Updates des bisherigen Konnektors voraus, der bislang nur VSDM ermöglicht. Der so genannte eHealth-Konnektor, der Module für die qualifizierte elektronische Signatur (QES), NFDM und eMP beinhaltet, ist jedoch noch gar nicht erhältlich: Stand April 2020 gibt es noch keine für den Produktivbetrieb zugelassenen Geräte.**

Kartenaktivierung mit VSDM-Konnektor nicht möglich

Falls die Praxis bereits an die TI angebunden ist, sollte im Vorfeld der eHBA-Beantragung Folgendes bedacht werden: Der aktuell eingesetzte VSDM-Konnektor unterstützt nicht die QES und somit auch nicht das so genannte PIN-Handling. Dies ist aber notwendig, um einen eHBA freischalten zu können. Mit anderen Worten: eHBA können nicht in Verbindung mit dem VSDM-Konnektor freigeschaltet und genutzt werden. Dies gilt sowohl für eHBA mit als auch ohne TI-Funktion!

Für den Einsatz in mobilen, TI-zugelassenen Kartenlesegeräten gilt: Der eHBA ohne TI-Funktion kann in diesem nicht verwendet werden. Anstelle eines eHBA lässt sich hierfür aber auch eine zweite SMC-B verwenden. Die Kosten für diese zusätzliche SMC-B werden im Übrigen erstattet, sofern der Praxis laut Finanzierungsvereinbarung die Pauschale für ein mobiles Kartenterminal zusteht. Mehr erfahren >

Stapelsignatur in der TI bislang nicht möglich

Nutzbar ist der medisign eHBA der Vorläufergeneration (Generation 0) mit den auf der medisign-Website gelisteten Kartenlesegeräten der Firmen CHERRY und REINER SCT und handelsüblicher Signatursoftware, zum Beispiel mit SecSigner von SecCommerce, Sign Live! CC von intarsys oder CC Sign von OpenLimit. Im Zusammenspiel mit der Software (lizenzabhängig) ermöglicht der Ausweis hochperformante Stapelsignaturen, d. h. mit einer einzigen PIN-Eingabe lassen sich bis zu 254 digitale Dokumente schnell und bequem rechtsgültig signieren. Diese Funktion ist bei den Vorläuferausweisen allerdings nicht in Verbindung mit einem eHealth-Konnektor nutzbar.

Die eHBA der Generation 2 ermöglichen im Zusammenspiel mit dem eHealth-Konnektor die Stapelsignatur. Mit Blick auf künftige Anwendungen wie das eRezept wäre eine Komfortsignatur noch praktikabler. Der Unterschied: Während sich bei der Stapelsignatur ein bereits vorliegender Stapel an Dokumenten nach einmaliger PIN-Eingabe in einem Schwung signieren lässt, erfolgt bei der Komfortsignatur die PIN-Eingabe bereits vor dem Anzeigen der Dokumente, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bekannt sein müssen. Über den Tag hinweg lassen sich zeitversetzt Dokumente schnell und bequem signieren. Die Komfortsignatur ist bislang jedoch nicht in Verbindung mit dem eHealth-Konnektor vorgesehen.

Quellen & weitere Informationen

 

* Update von September 2020: Inzwischen ist medisign zugelassen, eHBA der 2. Generation für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker anzubieten.

** Update von September 2020: Inzwischen gibt es zwei für den Produktivbetrieb zugelassene eHealth-Konnektoren am Markt.

Katja Chalupka

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